Mandalas, Heilmittel für die Seele

Indianer Mandala

Durch die besondere Struktur des Kreises, der mit Symbolen und Formen gefüllt ist, die symmetrisch um einen Mittelpunkt angeordnet sind, lenkt das Mandala den Blick und die Bewegung des Betrachters oder des Malenden immer in die Mitte.

Dieser Prozess geschieht unbewusst. Wenn man sich diesem Vorgang jedoch ganz bewusst aussetzt, nutzt man die konzentrierten Kräfte des Mandalas für sich selbst.
Man wird ruhiger, die Gedanken hören auf zu kreisen, man sammelt sich und gerät in einen Zustand, der der Meditation sehr ähnlich ist.

Jedes Mandala hat die Kraft, Geist und Seele zu sammeln und das Zerstreute wieder auf den Mittelpunkt, aus dem es stammt, zurückzuführen.
Jedes Mandala, dass wir intuitiv schaffen, ist Abbild und Ergebnis eines bestimmten Seelenzustandes und gleichzeitig Werkzeug, das uns dazu bringt, uns mit diesem Zustand zu beschäftigen und ihn positiv zu lösen.

Unter dem Aspekt des schöpferischen Wirkens und Gestaltens führte der berühmte Psychologe C.G. Jung das Mandala in die Psychotherapie ein. Er erkannte, dass jede Mandala Zeichnung auf die eigene Mitte zustrebt und das sich dieses Prinzip gut auf die seelisch - geistige Entwicklung eines Menschen übertragen lässt.
Das Mandala stellt die Seele dar; seine Mitte ist gleichzusetzen mit dem Selbst, welches sowohl die bewussten als auch die unbewussten Anteile unserer Persönlichkeit repräsentiert.

Aus seinen Erfahrungen mit der kreativen Mandala Arbeit entwickelte Jung eine bis heute angewandte Behandlungsmethode, mit der er erfolgreich Neurosen und Schizophrenie heilte.

Die Kräfte des Mandalas sind immer unsere eigenen, die durch die Selbstbesinnung während des schöpferischen Akts mobilisiert werden.
Wir selbst verschaffen uns Klarheit darüber, wie es in uns aussieht, harmonisieren die in- und außerhalb von uns wirkenden Kräfte und können uns somit Schritt für Schritt weiterentwickeln.
Wir sind wieder in der Lage uns zu konzentrieren, folgerichtig zu denken und zu handeln.

Das Besondere beim Mandala - Malen ist das sinnliche Farb- und Schöpfungserlebnis. Im kreativ - meditativen Schaffungsprozess wählt man ganz intuitiv bestimmte Farben, die immer auch den gegenwärtigen Seelenzustand spiegeln.
Beim Mandala - Malen erleben wir uns selbst als Ganzheit und als Individuum, weil wir das verwirklichen können, was in uns angelegt ist. Isoliertheit wird überwunden, wir empfinden uns als gesund, offen und aufnahmefähig. So kann die Beschäftigung mit Mandala besonders helfen, wenn wir uns nur schlecht konzentrieren können, wenn wir häufiger unter Depressionen leiden oder schon bei geringen Anlässen gereizt reagieren. Aber auch wenn wir bestimmte Probleme durch Kompensation, wie übermäßiges Essen oder Alkohol, zu lösen versuchen.
Die Beschäftigung mit Mandalas stärkt das Selbstvertrauen, so dass wir uns wieder fähig fühlen, Probleme anzugehen. Wir können uns während des Malens mit unverarbeiteten seelischen Vorgängen befassen, ohne dass sie uns weh tun. Spannungen und Ängste lösen sich.

Bei jedem Denkvorgang spielen unsere beiden Gehirnhälften gleichermaßen eine tragende Rolle. In der linken Gehirnhälfte des Menschen sitzen die Fähigkeiten zum Analysieren und zur Abstraktion.
Bei Menschen im westlichen Kulturkreis ist diese meist stärker entwickelt, da die genannten Fähigkeiten gesellschaftlich höher gewertet werden als Intuition, Spiritualität, Gefühl und Mitgefühl, die ihren Sitz in der rechten Gehirnhälfte haben.
So kommt es häufig, dass Erwachsene Probleme haben, ihre Gefühle zu äußern oder mit ihnen umzugehen; sie reagieren darauf mit neurotischen Störungen.
Die kreative Arbeit an Mandalas bietet die Möglichkeit, dieses Ungleichgewicht aufzuheben. Sie wirkt ausgleichend auf beide Gehirnhälften; dies findet seinen Ausdruck in einer ausgeglichenen und in sich ruhenden Persönlichkeit.

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